
Die größten finanziellen Verluste passieren im Alltag. Es ist nicht die eine teure Reise, die unsere finanzielle Freiheit und die Altersvorsorge gefährden. Es sind vielmehr die kleinen und größeren Unaufmerksamkeiten im Alltag einerseits und andererseits der statusorientierte Geltungsdrang, die Vermögensaufbau verhindern. Die Beträge, die diese Geldfresser kosten, summieren sich zu fünfstelligen oder gar sechsstelligen Summen in zehn Jahren; noch nicht mitgerechnet sind die Verluste durch entgangene Renditen und einen entgangenen Zinseszins. Wenn wir davon ausgehen, dass wir etwa 40 Jahre Zeit haben für die private Altersvorsorge, dann ist das die halbe oder ganze Million, die einem später fehlt.
Worauf sich zu achten lohnt [Hier anklicken]
1. Autos: Bei sehr vielen Menschen ist das der Geldfresser schlechthin. Ein neues Auto kostet irgendwas zwischen 15.000 und 100.000 Euro (es geht auch noch teurer). Nach wenigen Monaten sinkt der Wert erheblich und dann geht es im Sinkflug weiter. Ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand, keine Geldanlage. Warum man für ein bisschen „Fahrvergnügen“ so viel Geld ausgeben will, muss jeder Mensch für sich selbst beantworten. Wer einen möglichst kleinen Gebrauchtwagen fährt, der elektrisch angetrieben wird oder wenig Benzin verbraucht, zahlt wenig Steuern und es genügt eine KFZ-Haftpflicht. Übrigens: Wer glaubt, mit einem Leasing-Fahrzeug ein gutes Geschäft zu machen, hat die Grundprinzipien der Marktwirtschaft nicht verstanden.
2. Versicherungen: Die meisten Haushalte haben zu viele davon. Versicherungen sollten Maximalrisiken absichern, also alle, was die finanzielle Existenz bedroht. Der Rest ist überflüssig, dafür hat man seinen Notfallfond.
3. Abos und Langzeitverträge: Natürlich gibt es sinnvolle Abos, weil man das abonnierte Produkt täglich oder wöchentlich nutzt. Ich lese beispielsweise eine Tageszeitung. Wer Netflix abonniert hat, tätigt eine sinnvolle Ausgabe für das eigene kulturelle Vergnügen, wenn das Medium ständig genutzt wird. Wer aber drei Streamingdienste abonniert hat, schmeißt Geld zum Fenster raus. Wer einen Vertrag mit einem Fitnessstudio hat, aber nur einmal alle 14 Tage hingeht, sollte sich lieber einer Laufgruppe beim örtlichen Sportverein anschließen und sich ein paar gebrauchte Hanteln zulegen. Andere, kostenfreie Sportoptionen gibt es reichlich.
4. Lebensmittelverschwendung: Jede Woche schmeißen die Menschen in Deutschland Geld in ihren Restmülleimer. Für diese stete Handlung haben sie viel Energie aufgewendet, denn zuvor musste das Lebensmittel auch noch gekauft und transportiert werden. Es wäre effizienter, das Geld direkt in die Restmülltonne zu werfen. Wer es nicht schafft, seine Lebensmittelverschwendung gegen Null zu bekommen, vernichtet große Teile seines Einkommens, welches investiert werden könnte. Einkaufsliste, Wochenplan und ein paar Kochskills schaffen Abhilfe.
5. Statussymbole: Uhren, digitale Geräte, Schmuck, Sneakers… Es gibt so vieles, wofür man sein Geld weggeben kann, nur damit vermeintliche Freund*innen, die Nachbarn oder Kolleg*innen denken „Wow, was für ein geiler Typ“. Die Befriedigung ist kurz, der Schaden langfristig.
6. Geld auf dem Sparbuch oder Girokonto: Die Inflation frisst es weg. Geld, das man langfristig nicht ausgibt, gehört investiert (außer der Notfallfond, dieser gehört auf ein Tagesgeldkonto).
7. Zu großer Wohnraum: In Zeiten des massiven Wohnungsmangels in Deutschland ist es natürlich leicht gesagt, dass Haushalte sich verkleinern sollten, wenn die Lebensumstände sich verändern. Viele Menschen bleiben in zu großen Wohnungen, weil ein Umzug in eine kleinere Wohnung mit neuem Vertrag teurer wäre. Daher adressiere ich hier eher keine Mieter*innen, sondern Eigentümer*innen. Wenn ein Haus oder eine Wohnung gekauft oder gebaut wird, sollte man sich gut überlegen, ob wirklich ein Keller, eine Garage oder ein Dachboden erforderlich sind. Der Bau eines Kellers kostet inzwischen je nach Region zwischen 100.000 und 200.000 Euro (mehr geht immer). Das ist viel Geld, um das alte Kaffeeservice von Tante Gertrud aufzubewahren.
8. Mode: Wer sich jede Saison neu einkleidet, verstärkt nicht nur massive ökologische Folgen der Textilproduktion, sondern versenkt sein Einkommen in den Taschen der Modeindustrie. Die Lösung für alle Fashionistas: eine Capsule Wardrobe zulegen, zumindest teilweise mit second hand-Ware.
9. ToGo: Jeder Kaffee, jedes Mittagessen, jedes belegte Brötchen beim Bäcker kostet im Verhältnis zum gekauften Material exorbitant viel Geld. Ab und an schön essen gehen ist wunderbar, aber der tägliche oder wöchentliche Einkauf beim Bäcker oder Imbiss summieren sich gewaltig. Einfach mal einen Monat lang penibel diese Ausgaben tracken, das kuriert.
10. Kosmetika: Fast alle Deutschen lieben Drogeriemärkte. Schon Kindern werden Gutscheine geschenkt, damit diese dort Kosmetika ausprobieren können. Der Großteil dieser Produkte wird nie aufgebraucht und landet nach einigen Jahren, in denen sie geöffnet im Schrank verschmoddern, im Mülleimer. Die meisten Produkte braucht kein Mensch und der fehlende Nutzen ist jedem informierten Menschen auch bewusst. Seife, Zahncreme, Shampoo, Creme, ein oder zwei Spezialartikel. Mehr braucht doch niemand. Und was man hat, benutzt man bis zum letzten Tröpfchen.
Schreibe einen Kommentar