Weniger Müll, mehr Leben

Snacken – lieber nicht!

Seit ich denken kann, habe ich mit Übergewicht zu kämpfen. Ich komme emotional gut klar damit, wenngleich der Wunsch nach einer Gewichtsreduktion schon häufig da ist. Body Positivity ist gut und schön, aber dass Übergewicht Gesundheitsschäden bewirkt, kann man jenseits der 40 nicht mehr ignorieren. Es gelingt mir inzwischen gut, ohne Diät abzunehmen, jedoch nur sehr langsam. Aber genau das möchte ich, denn als gebranntes Kind des JoJo-Effekts bin ich nicht mehr bereit zu hungern oder Essverbote hinzunehmen. Dafür esse ich viel zu gerne und mit allergrößtem Genuss!

Jedoch wundern sich viele Menschen, wenn ich sage, dass ich keine Zwischenmahlzeiten zu mir nehme oder nicht „snacke“ und dies schon seit Jahrzehnten. Heutzutage ist es normal, dass Menschen permanent essen. Ich kann dem nichts abgewinnen und habe schon als junge Frau in der Regel nur drei Hauptmahlzeiten zu mir genommen. Ich mag es einfach nicht, mir zwischendurch irgendetwas in den Mund zu stecken. Ich freue mich auf das Frühstück, das Mittagessen und das Abendessen und alles andere brauche ich nicht. Und natürlich setze ich mich zu jeder Mahlzeit an einen Tisch; niemals esse ich im Gehen oder irgendwie nebenbei.

Nur selten genieße ich eine sehr deutsche oder nordeuropäische Besonderheit: Kaffee-Kuchen, wobei es bei mir Tee-Kuchen heißen müsste. Ein bisschen suspekt ist mir diese nachmittägliche Mahlzeit schon, die man zu sich nimmt, obgleich das Mittagessen noch nicht verdaut und das Abendessen bereits in Vorbereitung ist. Aber gleichzeitig liebe ich guten Kuchen und feines Gebäck, daher esse ich dann auch und natürlich genieße ich es. Nichts ist mir ferner als Menschen, die von anderen eingeladen werden und dann nichts anrühren wollen. Das mache ich nicht, dafür bin ich zu iranisch erzogen (Taarof!) und einfach zu schikamu (Nicht-Iraner*innen lassen sich die Worte bitte erklären).

Aber jenseits dieser gelegentlichen Verführung am Nachmittag bin ich nicht erreichbar für Snacks. Es ist mir schleierhaft, wieso ein Mensch, der noch von der letzten Hauptmahlzeit gesättigt ist, etwas essen sollte. Selbst Obst zwischendurch oder der in Deutschland omnipräsente Joghurt (in der Regel mit süßem Zeug drin), sind Zuckerbomben. Das will ich mir nicht antun. Dem Stoffwechsel tut es auch sehr gut, wenn er mal ein Päuschen einlegen darf. Alle übrigen Snacks, die in der Regel in einer aufwändigen Verpackung daherkommen, finde ich mit Blick auf die Zutatenliste entbehrlich. Auch die bei Iraner*innen gängigen Trockenfrüchte und Nüsse können mich nicht locken, viel zu süß bzw. zu fetthaltig. Ich liebe beide Zutaten, aber nur in einer Mahlzeit verarbeitet.

Auf Handlungsempfehlungen verzichte ich in diesem Beitrag, denn es gibt genügend selbsternannte Ernährungsgurus in dieser Welt, die viel Schaden anrichten.


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