Weniger Müll, mehr Leben

Über mich: Warum diese Seite?

In meinem Umfeld spüre ich häufig Neugier und ab und an ein wenig Irritation, wenn Menschen mich auf meine Webseite und Blog ansprechen. Inzwischen wissen viele Menschen um mich herum, was ich da so nebenberuflich treibe, und mir scheint, einige lesen auch schon mal etwas. Neulich fragte mich jemand, ob mir das Schreiben über Marmelade, Lumpen in der Küche und ähnliche Themen nicht zu trivial sei. Schließlich sei ich doch promovierte Politikwissenschaftlerin mit 25 Jahren Erfahrung in Forschung und Lehre und hätte früher über Völkerrecht und amerikanische Außenpolitik geschrieben. Gemeint hat er wohl auch, dass dies ein intellektueller Niedergang meinerseits sei. Natürlich sehe ich das ganz anders und als ich ausholen wollte zu einem längeren Referat über die induktive Herangehensweise meiner Reflexionen über Konsum und unsere Wirtschaftsform, hielt ich kurz inne, beschloss, dass ich den Frager zwar nett und eigentlich schlau, seine Frage aber doch recht schlicht finde und antwortete nur mit „Macht mir halt Spaß“. Aber die Frage hat mich beschäftigt und ich möchte sie für mich und meine wohlwollenden Leser*innen beantworten.

Ich sehe es so: Ich wollte wieder schreiben. Ich wollte nicht wissenschaftlich schreiben, denn wissenschaftliche Texte von Menschen, die nicht in entsprechenden Einrichtungen arbeiten, liest kein Mensch. Also war klar, dass ich eher journalistisch-aktivistisch schreiben werde und es war auch schnell klar, dass dies nicht papierbasiert passieren wird, sondern in einem digitalen, autonomen Setting. Ich hatte vorher keine Webseite und auch eher wenig berufliche Erfahrung damit, daher war und ist es eine spannende Reise und ich bin zufrieden, dass ich etwas Neues gelernt habe und ständig weiterlerne. Außerdem war klar, dass ich nicht mehr zu meinen alten Forschungsthemen arbeiten werde. Ich wollte ganz deutlich andere Themen bespielen. So bot es sich an, einfach die Themen aufzugreifen, die mich alltäglich beschäftigen. Man kann Müll, Konsum, Umgang mit Geld und Kochen als nicht-gewichtige Alltagsthemen sehen, aber ich sehe diese nicht so. Mir geht es um Nachhaltigkeit, und zwar in allen drei Dimensionen, die die Vereinten Nationen bei der Ausrufung der Millenium-Ziele im Blick hatten: ökologisch, wirtschaftlich und sozial. Dabei orientiere ich mich an zwei Leitmotiven: Ich möchte Menschen an meinen Reflexionen teilhaben lassen und ich gebe Handlungsempfehlungen. Betonung auf „Empfehlungen“, muss ja keiner machen. Der Radius, den ich in den Blick nehme, ist bewusst eher klein gehalten. Es gibt dieses schöne Zitat, welches dem griechischen Philosophen Perikles zugeschrieben wird: „Wer an den Dingen seiner Stadt keinen Anteil nimmt, ist nicht ein stiller Bürger, sondern ein schlechter.“ Diese Worte haben mich schon als junges Mädchen beeindruckt, sie fordern politisches Bewusstsein und politische Partizipation ein und zwar auf allen politischen Ebenen. Ich schaue auf meinen Nahraum, also die Kommune und da finden wir alles wieder, was im Großen stattfindet: die ökologischen Folgen unserer Lebensform und den Zwang, Lösungen vor Ort zu finden; die Gestrandeten der politischen Krisen und Ungleichheit weltweit, die unsere Solidarität und unser Mitgefühl herausfordern; die weltweite Überproduktion von Schrott, um dessen Beseitigung sich unsere kommunalen Abfallentsorger kümmern sollen; die gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Folgen der Fehlernährung in unserer Gesellschaft.

Kurz und gut: Ich finde meine Themen relevant und sehe an der zunehmenden Zahl von Leser*innen, dass einige andere Menschen dies auch so sehen. Darüber freue ich mich. Empfehlt meine Seite bitte weiter! Und schreibt mir gerne; sachliche Kommentare und Themenwünsche sind jederzeit willkommen!


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